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Das Projekt

Das Pflegeopersonal ist bei der täglichen Arbeit hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Überforderung, Stress, Unzufriedenheit führen zu möglichen Konsequenzen wie ein hoher Krankenstand und eine geringe Verweildauer im Beruf und deuten auf eine ungünstige Arbeitssituation der professionell Pflegenden hin.

Zum einen konnte eine Intensivierung der Pflegearbeit in Krankenhäusern in den letzten Jahren wahrgenommen werden, unter anderem durch die Einführung der diagnosebezogenen Vergütung in Krankenhäusern und durch Sparprogramme. Dies hat zu einer Zunahme an Arbeitsaufgaben durch mehr administrative Aufgaben, einer kürzeren Verweildauer bei erhöhten Fallzahlen oder geringerer Personaldichte geführt.

Zum anderen ist der Pflegeberuf an sich gekennzeichnet durch psychische Belastungen durch todkranke oder Patienten, unregelmäßige Arbeitszeiten, Konflikte mit anderen Berufsgruppen und die häufig auftretenden Abweichungen des geplanten Arbeitsalltages. Als typische Belastungssituationen werden von Pflegepersonen dabei Zeitdruck, parallel zu bewältigende Arbeitsprozesse, Konflikte mit anderen Berufsgruppen und emotionale Belastungen genannt.

Innerhalb des vom BMBF geförderten Projektes „3P-Pflege Dich Selbst!“ wird versucht, Gesundheitsförderung der professionell Pflegenden erfolgreich durch die
Entwicklung von Gesundheitskompetenzen zu gestalten.

Die geförderten Fähigkeiten zur selbstorganisierten Bewältigung der Tätigkeit mit dem Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiter/innen sowohl für eine nachhaltige Ausführung der Arbeitsaufgaben als auch für den privaten Lebensbereich aktiv zu fördern und zu erhalten, werden als Gesundheitskompetenzen bezeichnet. Dabei beinhalten Gesundheitskompetenzen die Fähigkeiten, Belastungen/Beanspruchungen zu erkennen, zu bewerten, Strategien zu entwickeln, ihre Wirksamkeit zu reflektieren und Gesundheitsroutinen zu entwickeln mit dem Ziel, die eigene Gesundheit zu fördern, zu erhalten und gegebenenfalls wiederherstellen zu können.

Es sollen im Rahmen des Projektes neue Wege zur Bewältigung dieser Belastungen gefunden werden, die sich nicht nur auf einzelne Präventionsstrategien beschränken. Generell erscheint es vielversprechender zu sein, Schlüsselqualifikationen und -fähigkeiten der Pflegenden zu unterstützen und Voraussetzungen in der Organisation zu schaffen, um diese Kompetenzen anwenden zu können. Durch eine partizipatve Entwicklung von Gesundheitskompetenzen sollen Pflegekräfte in der flexiblen Auswahl an Bewältigungsstrategien bestärkt werden und in der Lage sein, die Organisation erfolgreich mit zu gestalten und zu verändern.

Im Alice-Hospital Darmstadt erarbeiten und erproben die Pflegekräfte neue Formen der Gestaltung der Arbeit, des Umgangs mit Problemen und der offenen Kommunikation untereinander und den anderen Berufsgruppen im Krankenhaus.